Quodlibet 2017-05-23T13:02:52+00:00

 

Wer immer schon mal Quodlibet, das couleurstudentische Kartenspiel, lernen wollte, der kann dies unter professioneller Anleitung am Pennälertag tun. Aber auch Quodlibet-Profis kommen auf ihre Kosten. Denn am Gestenboden im Couleurdorf findet ein Quodlibet-Turnier statt!

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Wer die Regeln jetzt schon wissen möchte, oder sie auffrischen muss, für den haben wir sie hier zusammengefasst:

 

Allgemeine Zehenthofer Quodlibetordnung

 

§1 Quodlibet

Quodlibet ist ein couleurstudentisches Kartenspiel. Es wird von vier bierehrlichen Seelen in Couleur bei commentfähigem Stoff gespielt.

 

§ 2 Karten

Quodlibet wird mit doppeldeutschen Karten zu 32 Blatt gespielt. Diese umfassen in steigender Reihenfolge die Werte Sieben, Acht, Neun, Zehn, Unter, Ober, König und As, jeweils in den vier gleichwertigen Farben Herz, Schelle, Blatt und Eichel.

 

§ 3 Grundregeln

Auf dem Spieltisch befinden sich ausschließlich die Stöffer, die Karten und das Quodlibetformular mit Schreibgerät. Eine Partie besteht aus vier Bierkönigtümern zu je zwölf Spielen (§§ 11 ff.) Vor Beginn wird durch ziehen der vier Asse die Sitzordnung entsprechend den Jahreszeiten Frühling (Herz As), Sommer (Schelle As), Herbst (Blatt As) und Winter (Eichel As) ermittelt. Der Frühling ist zugleich erster Bierkönig (§ 5). Die Sitzordnung, die Kartenvergabe, das Spiel und die Weitergabe der Bierkönigwürde erfolgt immer entgegen dem Uhrzeigersinn. Abgehoben wird nicht, es sei denn ein Spieler verlangt dies. Die Spielkarten werden erst aufgenommen, wenn der Bierkönig seine Karten angesehen hat. Soweit in der Folge nicht besonders Vermerkt, herrscht Farbzwang, aber kein Stichzwang. Wer gestochen hat, spielt als nächster aus. Beim Quodlibet spielt jeder Spieler in erster Linie für sich, da jedoch der Bierkönig den Vorteil hat, sich das Spiel aussuchen zu können, spielt man in zweiter Linie gegen den Bierkönig.

 

§ 4 Ziel

Es ist das Ziel des Spieles, möglichst wenig Punkte zu schreiben. Außerdem muß jeder, der während eines Bierkönigtums 500 Punkte erreicht hat, eine Schnapsrunde für alle Mitspieler steigen lassen, die noch im laufenden Bierkönigtum zu vernichten ist. Erreicht ein Spieler 1000 in einem Bierkönigtum, ist eine weitere Schnapsrunde fällig; ebenso für alle folgenden vollen 100 Punkte. Es kann auch vereinbart werden, daß die Zeche der während des Spieles getilgten Stöffer aliquot den „Schnapsrunden“ aufgeteilt wird.

 

§ 5 Bierkönig

Der Bierkönig hat präsidiumsähnliche Allgewalt über das Spiel, die Spieler und die Bierärsche (§ 6). Der Bierkönig begrüßt zu Beginn beziehungsweise verabschiedet am Ende seiner Herrschaft die Mitspieler mit einem Breiten Streifen. Er erteilt bei Bedarf ein spezielles Tempus. Es obliegt ihm die Karten zu mischen, zu geben, ein Spiel seiner Wahl – jedoch Kleinfraß (§ 22) nur als letztes – anzusagen bis alle einmal gespielt sind, das erste Mal auszuspielen und die Aufzeichnungen (§ 8) zu führen. Der Bierkönig hat Verstöße gegen diese Spielordnung oder gegen seine Anordnungen commentmäßig zu ahnden, keinesfalls aber dafür Strafpunkte zu vergeben. Während einer Partie leitet reihum jeder Spieler ein Bierkönigtum, welches sich aus mehreren Spielen (§ 11 ff.) zusammensetzt.

 

§ 6 Bierarsch

Bierärsche sind Kiebitze und somit höchstens geduldet. Sie haben nichts besser zu wissen und auch sonst durch Unauffälligkeit zu glänzen. Sie unterstehen der Allmacht des jeweiligen Bierkönigs.

 

§ 7 Schreibgerät

Nur ein Dummer Junge hat keinen Griffel!

 

§ 8 Aufzeichnungen

Geschrieben wird vom jeweiligen Bierkönig auf einem Quodlibetvordruck (§ 9). Auf dessen linker Seite ist für jeden Bierkönig eine Spalte zum Abhaken der bereits durchgeführten Spiele. Daneben sind die vier breiten Spalten, in denen für jeden Spieler die Punkte vermerkt werden. Dies erfolgt mit der römischen Zahl X (= 10 Punkte) bezeihungsweise durch einen Strich (—|) als Ergänzung auf volle 50 oder 100 Punkte. Um das Zählen zu vereinfachen wird für jede volle X-Zeile (das sind zehn Mal X) sofort ein C (= 100 Punkte) in einer der vier untersten C-Zeilen geschrieben, von denen jede für ein Bierkönigtum gilt. Müssen 100 oder mehr Punkte auf einmal angerechnet werden (zum Beispiel 120), so kann ein Ç direkt unten, die restlichen (20) Punkte oben (als XX) geschrieben werden. Für nachträgliche Kontrollzwecke wird solch ein „direktes“ Ç mit einem Strich gekennzeichnet. So muß die Zahl der C ohne Strich immer gleich der Zahl der vollen X-Zeilen oben sein. Für jede Schnapsrunde (§ 4), die ein Spieler erwirtschaftet hat, wird ein symbolisches Stamperl in eines der vorgesehenen Felder rechts über dem Namen eingetragen und nach ihrer Exekution wieder durchgestrichen. Bei jedem Bierkönigtum wird eine neue Zeile für die C begonnen; die Zeilen für die X werden jedoch kontinuierlich weitergeschrieben, so daß am Ende der Quodlibetpartie die Summe der C (inklusive Ç) zuzüglich der letzten unvollständigen X-Zeile die Gesamtpunktezahl ergibt, welche links über dem Namen eingetragen werden kann. Zur Zwischenkontrolle ist es Vorteilhaft, wenn jeder Bierkönig am Ende seiner Herrschaft das letzte X aller Spieler durch ausfüllen markiert.

 

§ 9 Vordruck

 

§ 10 Volkszählung

Volkszählung gibt es bei den Spielen Quadratur (§ 15) und Kleinfraß (§ 22). Sobald ein Spieler seine letzte Karte abgelegt hat, ruft er „Volkszählung!“ wodurch das Spiel ruht, das heißt, nach dem Ruf darf nicht mehr ausgespielt oder zugegeben werden. Es werden entsprechend der in der Hand verbleibenden Karten dem jeweiligen Spieler Punkte angeschrieben. Dabei zählt jede Karte bei der ersten Volkszählung 10, bei der zweiten 20 und bei der dritten 30 Punkte. Nach einer Volkszählung wird, soferne der letzte Stich nicht abgeschlossen war, dieser fertig gespielt und es geht bis zur nächsten Volkszählung normal weiter. Im Falle eines abgeschlossenen Stiches setzt der rechte Nachbar des die Volkszählung verursacht habenden Spielers fort und darf ausspielen.

 

§ 11 Einhunderteins

Beim Spiel Einhunderteins (101) wird normal ausgespielt und rangmäßig gestochen. Dabei werden die Werte der abgespielten Karten still addiert. Es zählen Sieben, Acht und Neun je 0, Zehn 10, Unter 2, Ober 3, König 4 und As 11. Alle Karten zusammen ergeben 120. Es wird solange gespielt, bis der summierte Wert der abgespielten Karten 101 erreicht oder überschritten hat. Wer also an der Reihe ist, muß solange die 101 noch nicht erreicht ist, ausspielen beziehungsweise zugeben, auch wenn er dadurch diese Marke übersteigt. Jener Spieler, der die 101 erreicht oder überschritten hat, erhält 100 Punkte, soferne nicht der nachfolgende Spieler weiter spielt und so die Punkte übernimmt. Und so fort, bis einer das Spiel abbricht. Wer vor Erreichen von 101 abbricht, erhält 100 Punkte und das Spiel ist beendet.

 

§ 12 Plus

Beim Spiel Plus (+) versucht jeder Spieler möglichst viele Stiche zu machen. Jeder nicht gemachte der acht möglichen Stiche zählt 10 Punkte. Bleibt ein Spieler ohne Stich, so schreibt er 100 statt 80 Punkte.

 

§ 13 Minus

Beim Spiel Minus (-) versucht jeder Spieler möglichst wenige Stiche zu machen. Jeder Stich zählt 10 Punkte. Macht ein Spieler alle Stiche, so schreibt er 100 statt 80 Punkte.

 

§ 14 Böser Nachbar

Beim Spiel Böser Nachbar (BN) zählt jeder Stich den ein Spieler macht bei dessen rechten Nachbarn 10 Punkte. Macht ein Spieler alle Stiche, so zählt das beim Nachbarn 100 statt 80 Punkte.

 

§ 15 Quadratur

Beim Spiel Quadratur (n) haben alle Spieler darauf zu achten, daß es der Bierkönig nicht vergißt. Nachdem der Bierkönig ausgespielt hat, gibt – unabhängig von der Sitzreihenfolge – jener Spieler zu, der die Wertmäßig nächsthöhere Karte hat. Es sticht jede vierthöchste Karte. Gibt es keine nächsthöhere Karte oder ist diese schon gefallen, so sticht die zuletzt zugegebene Karte. Ziel ist es möglichst rasch alle Karten abzugeben, wobei jedesmal, wenn dies einem Spieler gelungen ist, eine Volkszählung (§ 10) steigt.

 

§ 16 Ober/Unter

Beim Spiel Ober/Unter (O/U) trachtet jeder Spieler keinen Ober beziehungsweise Unter im Stich zu haben. Denn ein Unter im Stich zählt 20, ein Ober 30 Punkte. Treffen in einem Stich ein Ober und ein Unter – egal welcher Farbe – aufeinander, so zählt jedes dieser Paare 100 statt 50 Punkte.

 

§ 17 Keine Roten

Beim Spiel Keine Roten (KR) trachtet jeder Spieler keine Herz im Stich zu haben. Denn es zählt jeder kleine Rote (Sieben, Acht, Neun, Zehn) 20 Punkte, jeder große Rote (Unter, Ober, König, As) 10 Punkte für den Spieler, der sie im Stich hat.

 

§ 18 Zwölf-Achtunddreißig

Beim Spiel Zwölf-Achtundreißig (1238) – entsprechend der Postleitzahl auch Mauer genannt – versucht jeder Spieler nicht den ersten, zweiten, dritten oder letzten Stich zu machen, weil diese Punkte kosten. Und zwar der erste 10, der zweite 20, der dritte 30 sowie der letzte (achte) 100 Punkte.

 

§ 19 Achmed & der rote Rülps

Beim Spiel Achmed & Roter Rülps (ARR) trachtet jeder Spieler weder den Achmed (Schelle Ober) noch den Roten Rülps (Herz König) im Stich zu haben. Denn ersterer zählt 30, letzterer 40 Punkte und beide zusammen in einem Stich 100 Punkte.

 

§ 20 Waidmanns Heil

Beim Spiel Waidmanns Heil (WH) legt jeder Spieler sein Blatt offen vor sich auf den Tisch und versucht in der Folge möglichst wenige Stiche zu machen. Jeder Stich zählt 10 Punkte. Macht ein Spieler alle Stiche, so zählt dies 100 statt 80 Punkte.

 

§ 21 Offene Hose

Beim Spiel Offene Hose (OH) werden die Karten – wenn sie schon abgesehen worden sind, erst nachdem jeder Spieler sein Blatt gemischt hat – verkehrt aufgenommen, sodaß jeder die Kartenbilder der drei Mitspieler sehen kann. Nun hofft jeder möglichst wenige Stiche zu machen. Jeder Stich zählt 10 Punkte. Macht ein Spieler alle Stiche, so zählt dies 100 statt 80 Punkte. Der Farbzwang ist bei diesem Spiel eher theoretisch. Und: „Ehrlich währt am Längsten!“ – sagt man.

 

§ 22 Kleinfraß

Das Spiel Kleinfraß (KF) wird immer als letztes angesagt. Dazu werden jedem Spieler nur vier Karten gegeben, die restlichen werden in fünf Stapeln zu je drei Karten und einem mit einer Karte als Talon verdeckt abgelegt. Das Ziel dieses Spieles ist es möglichst rasch alle Karten, die man in der Hand hat, aufzulegen. Das Auflegen erfolgt ausgehend vom Unter jeder Farbe durch halb überdecktes Anlegen der nächstfolgenden Werte steigend oder fallend. Wenn man kann muß man mindestens eine Karte anlegen; man darf jedoch auch mehrere anlegen. Hat man keine Karte mehr in der Hand, ruft man „Volkszählung!“ (§ 10). Wenn man nicht anlegen kann, obwohl man noch Karten in der Hand hat, sagt man „Weiter!“ und kauft einen Talon beginnend mit den Dreierstößen; es kommt der nächste Spieler an die Reihe.

 

§ 23 Empfehlung

Man beachte den § 5 der österreichischen Straßenverkehrsordnung.